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Freizeit in der Soziologie

siehe Hauptartikel Freizeitsoziologie.



Freizeitentwicklung ab 1800 in Deutschland

“ (Opaschowski, 1994, S. „Für die (…) Erwerbstätigen wurde die Arbeitszeit bis zur psychisch möglichen Grenze ausgedehnt. War die Arbeitszeit in der Vergangenheit durch natürliche Bedingungen wie Jahreszeiten oder die Tageszeit begrenzt, so ermöglichte die Entwicklung des künstlichen Lichts, die verwendung industrieller Maschinen und Motoren und die witterungsunabhängige Arbeit in großen Fabrikhallen die Arbeitszeit auf ein Höchstmaß auszudehnen.Mit der Industrialisierung nahm in erheblichem Maße auch die Arbeitszeit der Bevölkerung zu. Angestellte in den zahlreichen Fabriken und Manufakturen mussten teilweise bis zu 16 Stunden am Tag arbeiten. Man beachte in diesem Zusammenhang auch, dass es zu dieser Zeit kein einheitlich festgelegtes wochenende gab. 27).

Auch wenn dieser erst 1918/19 erreicht werden sollte, so ist dies der Ursprung einer zunehmend an Bedeutung gewinnender Arbeiterbewegung. Der zweite weitaus umfassendere Grund war die zunehmende Technisierung der Produktion wodurch der Bedarf an menschlichen Arbeitskräften zusehends sank. Die für das Militär eingezogenen Rekruten waren in äußerst schlechter Verfassung.Der Grund für die ab etwa 1850 fortschreitende Verkürzung der Arbeitszeit war zunächst der Gesundheitlich bedenkliche Zustand der Erwerbstätigen. Als ein dritter Grund sollte auch „der seit etwa 1860 propagierte Kampf um den Achtstunden-Arbeitstag“ (Prahl, 2002, S. 100) genannt werden.

Der eindeutig festgelegt Wechsel von Arbeit und Feierabend führte auch zu einem vollkommen neuen Zeitverständnis, welches als Grundlage auch des modernen ZeitempFindens zu bezeich-nen ist.Obwohl eine Einzelproduktion, wie etwa ein landWirtschaftlicher familienbetrieb im Mittelalter, allein durch die Abhängigkeit von der Natur eine arbeitsfreie Zeit garantiert, so wurde der Begriff der Freizeit, als die „Restzeit, die übrig bleibt, wenn man die Arbeit (…) erledigt hat“ (Giesecke, 1983, S. 14) erst durch die Industrialisierung festgelegt. Das "zeiteffektive Denken" weitete sich von den unternehmen über die familien bis hin zu den schulen aus. In gleichem Maße wie die zeitliche Belastung stieg, wuchs auch das Bedürfnis nach einer Zeit der Erholung und Kompensation.

Sah man vor der Jahrhundertwende in erster Linie das Risiko des zunehmenden Müßiggangs und der sittlichen Verwilderung, so machten sich zur Zeit der Weimarer Republik erste Stimmen breit, dass der Staat die Eingliederung aller Schichten in das bürgertum zu unterstützen habe, um seinem demokratischen Anspruch gerecht zu werden. 27), ist auch die Grundlage für das politische Mitwirken der unteren Schichten.Dieses Bedürfnis durch die Erweiterung der Freizeit zu befriedigen war eines der vornehmlichen Ziele der entstehenden Arbeiterbewegung. „Eine Befreiung aus einem Leben, das neben Arbeit und Rekreation wenig Zeit für andere, zum Beispiel kulturelle und gesellige menschliche Tätigkeit ließ“ (Giesecke, 1983, S.

Die Folgen des ersten Weltkrieges führten zu einer stark ansteigenden Arbeitslosigkeit.Die durchschnittliche Zunahme von Freizeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts war jedoch eher unfreiwilliger Natur. Die erkämpften Arbeitszeitverkürzungen in Form des Achtstundentages und der 48-Stunden-Woche wurden immer wieder missachtet so kam es nur sehr langsam zu einer reellen Entlastung der Erwerbstätigen.

Diese suche ist auch der Ursprung einer frühen Freizeitpädagogik. Rekreation der Arbeitskraft.Mit der gewonnenen Freizeit war zwar auch eine merkliche Entlastung zu spüren, dennoch kam es zum "Freizeit-Problem": Freizeit war bisher nur die Zeit der Reproduktion bzw. Ein über diese Elemente hinausgehendes Freizeitverständnis musste sich noch entwickeln. Die "goldenen Zwanziger" waren auch in Bezug auf Freizeit eine Zeit des Ausprobierens und Feierns, zumindest für die Ober- und Mittelschicht.

Die nationalsozialistische Machtübernahme verhinderte dann den Höhepunkt des Deutschen Freizeitbewegung. Obwohl sich auch die Nationalsozialisten die neue Freiheit aber besonders die suche nach Orientierung zunächst zunutze machten, unterbanden sie schnell jede Form der freien Zeitgestaltung, als Zeit der Emanzipation und Privatheit.

Daneben erhöhte sich in Zeiten des Wirtschaftlichen Aufschwungs auch der "Freizeit-Etat" der einzelnen familien. Erst in den fünfziger jahren setzte die Diskussion um die 5-Tage- und die 40-Stundenwoche wieder ein. Die Arbeit bestimmte wieder das Leben und die Zeit nach der Arbeit galt erneut fast ausschließlich der Erholung.Durch die Existenzbedrohung in der Nachkriegszeit des zweiten Weltkrieges trat die Freizeit in den Hintergrund. Dies machte sich besonders auch in der steigenden Verfügbarkeit von Freizeitmitteln (wie etwa Auto und Fernseher) bemerkbar.

112) Dies hatte zunächst eine wachsende Belastung für die Erwerbstätigen zur Folge, und so entwickelte sich die Freizeit erneut zu einer wichtigen Kompensationszeit.“ (Prahl, 2002, S.Spätestens 1990 lässt sich eine, zumindest in den Grundzügen, der Industrialisierung ähnliche Entwicklung beobachten: „Die Arbeitszeiten wurden in den letzten Jahrzehnten in der BRD sichtbar verkürzt, doch gleichzeitig wurde die zu leistende Arbeit intensiviert. Daneben wuchs der Freizeitsektor zu einem wichtigen Wirtschaftfaktor.




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